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  Geschichte des Zuges              
 

Im Jahr 1990 freuten sich Hans-Joachim Pick und Stephan Disteldorf auf das bevorstehende Schützenfest in der schönen Zollfeste Zons. Auf Sticheleien ihrer im Schützenverein aktiven Freunde meinten sie nur:

Wir können auch so Schützenfest feiern und Bier trinken, dafür müssen wir nicht im Schützenverein sein.

Als es dann soweit war stellten sie fest, dass sie ziemlich alleine waren, da die Kumpel alle mit ihren Kompanien das Schützenfest feierten. Sie beschlossen also, in ihrer Meinung durch ein paar Bierchen bestärkt, ebenfalls der Schützengesellschaft beizutreten.

Da aber keine Kompanie den Beiden gut genug war (vielleicht wollte sie aber auch keine Kompanie aufnehmen…) beschlossen Hansi und Distel eine eigene Kompanie zu gründen. In der damaligen „Dritten“ des FC Zons, in der die Zwei aktiv waren, fanden sich schnell Gleichgesinnte und so wurde im Jahr 1990 ein neuer Schützenzug in der St.-Hubertus-Schützengesellschaft Zons gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Stephan Disteldorf, Hansi Pick, Guido Güsgen, Frank Böttge, Alexander Weiß, Thomas Brüning und Frank Wannhof.

Auf Vorschlag von Frank Böttge bekam die neugegründete Kompanie den Namen „Altstadtwache“ in Anlehnung an den historischen Altstadtkern in Zons. Als Wachlokal wurde das in der Altstadt befindliche „Haus Ferber“ ausgewählt.

Nachdem die internen Formalitäten geklärt waren, ging es darum, den Zug beim Hauptverein anzumelden und eine Uniform auszuwählen. Der damalige Vorsitzende der Schützengesellschaft, Dieter Bechlenberg, schlug vor, dass aus der Altstadtwache ein Grenadierzug werden sollte. Da die Jungs aber keine Lust hatten mit Frack, Zylinder und Holzgewehr mit Blümchenschmuck rumzulaufen, wurde der Vorschlag abgelehnt. Der aus den Reihen der Altstadtwache gemachte Vorschlag, eine Musketierkompanie zu werden, wurde von Dieter Bechlenberg mit den Worten: „So könnte ihr bei der Karnevalsgesellschaft mitgehen, aber nicht bei den Schützen“ vehement abgelehnt. Auf keinen Fall wollten die Jungs als „Förster“ (heute im allgemeinen Jäger genannt) durch die Gegend laufen.

So wurde nochmals intensiv ein Katalog für Schützenbedarf gewälzt und man entschloss sich dann für die heute noch getragenen Uniformen im Stil von Ferdinand von Schill (Schill’sche Offiziere). Im Gegensatz zu heute wurden in der Anfangszeit jedoch graue Hosen getragen. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass diese nicht so resistent gegen Schaschliksoße etc. sind und es wurde schließlich zu den heute noch getragenen schwarzen Hosen gewechselt.

In den Anfangsjahren traten noch einige junge Zonser der Altstadtwache bei. Dies waren Axel Güttler, Peter Schreiber und Martin Schlachtmeier. Später gesellten sich Detlef Frömken, Sascha Leitz und Dirk Wimmer hinzu.

Andere verließen im Laufe der Jahre aus unterschiedlichen Gründen den Zug, nämlich Alexander Weiß, Axel Güttler, Guido Güsgen, Detlef Frömken und Frank Wannhoff.

Auch das Wachlokal wurde im Jahre 1993 gewechselt. Im „Haus Ferber“ waren mittlerweile zu viele Kompanien, so dass die Gesamtsituation unbefriedigend war. Als neues Wachlokal wurde die „Schloss-Destille“ auserkoren, in der wir auch heute noch residieren.

Durch kontinuierlich gute Vereinsarbeit und im Gegensatz zu den Anfangsjahren gesitteterem Auftreten an Schützenfest erlebte die Altstadtwache zu Anfang/Mitte des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends einen regelrechten Boom und es schlossen sich weitere Kameraden dem Zug an, nämlich Patrick Ohligschläger, Olaf Brauweiler, Frank Simonek, Bernd Geske und Stefan Olligschläger. Als passives Mitglied konnte Heiko Kiefer gewonnen werden.

Aus der Zonser Altstadtwache sind mittlerweile 21 Kinder hervorgegangen, so dass uns vor der Zukunft nicht Bange sein muss, zumal unter den Kindern nur 6 Mädchen sind.

   
             
             
  Geschichte der Stadt Zons          
 

Stadtgründer:

Friedrich von Saarwerden

Erzbischof von Köln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Wandgemälde im Saarwerdenkeller unseres Wachlokals Schloß-Destille)

 

   
       
  Chronologie der Stadtgeschichte    
 

1. - 3.Jhdt.

Römerzeit. Funde von Urnengräbern und Villenresten.

7. Jhdt.

Fränkische Besiedlung. Funde von Grabbeigaben im Burgbereich.

11./12. Jhdt.

Kirche mit Friedhofsanlage im Burghof.

1289

Schlacht bei Worringen. Zerstörung der Zonser Burg durch Kölner Bürger.

1372-73

Rheinzollverlegung von Neuss nach Zons und Stadterhebung unter dem Namen "Friedestrom" durch Erzbischof Friedrich von Saarwerden.

1463-64

Verpfändung von Zons an das Kölner Domkapitel durch Mißwirtschaft des Erzbischofs Dietrich von Moers.

1475

Neusser Krieg. Kaiser Friedrich III. im Heerlager bei Zons.

1574-77

Zonser Schweinefehde. Versuch der Besitznahme durch Erzbischof Salentin von Isenburg.

1582-89

Kölnischer (bzw. Truchsessischer) Krieg. Zons Zankapfel nach Religionswechsel von Erzbischof Gebhardt Truchsess von Waldburg.

1620

Großer Stadtbrand. Zerstörung fast aller Häuser.

1623

Pestepidemie. Tod von über 600 Einwohnern.

1642

Im Dreißigjährigen Krieg: Jan von Werth im Heerlager bei Zons.

28.9.1646

Beschuß mit 671 Kanonenkugeln durch die Hessen.

1784

Größte Hochwasserkatastrophe durch den Rhein.

1794

Einzug der französischen Revolutionstruppen.
Folge: Anschluß des Linksrheinischen an Frankreich. Auch die Zonser werden für 15 Jahre französische Staatsbürger.

1802

Enteignung des kirchlichen Besitzes. Ende der Herrschaft des Kölner Domkapitels über die Stadt, damit auch der Sondergeschichte von Zons.

1803

Verkauf der Burg, später auch von Zollturm und Zollhaus.

1975

Eingemeindung nach Dormagen, 601 Jahre nach der Stadterhebung, unter dem Namen “Feste Zons" später “Stadt Zons”.

(Quelle: www.zons.de)

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ferdinand von Schill        

 

         

 

Die Uniformen unserer Kompanie sind angelehnt an den

preußischen Offizier Ferdinand von Schill

 

 

 

Ferdinand von Schill

* 06.01.1776 in Wilmsdorf (bei Dresden)
† 31.05.1809 in Stralsund / Mecklenburg

Geboren wurde eine der wohl tragischsten Figuren der Befreiungskriege am 06.01.1776 in Wilmsdorf bei Dresden. Im Alter von 14 Jahren trat Ferdinand von Schill in das in Pasewalk in Garnision liegende  preussische Dragoner-Regiment Ansbach-Bayreuth ein. Der eintönige Kasernenalltag lag dem jungen Schill  nicht wirklich. Die Folge waren stets schlechte Beurteilungen und damit ausbleibende Beförderungen.

So wurde er erst im Jahre 1793 zum Seconde-Leutnant befördert und das wo sein Regiment auch an der Kanonade von Valny (20.09.1792) teilgenommen hatte. Eine nächste Beförderung folgte erst im Jahre 1806 - damit war Schill der dienstälteste Leutnant der preussischen Armee.

Im Gefecht von Auerstedt wurde Schill durch einen Säbelhieb schwer verletzt. Doch gelang ihm mit einigen wenigen Kameraden die Flucht nach Magdeburg. Sein Regiment hatte sich bereits ergeben. Nachdem Magdeburg kurze Zeit später auch die Waffen gegen Napoleon´s Truppen niederlegte, zog Schill nach Kolberg weiter. Kolberg war die einzige noch kämpfende Festung Preussens.

Zusammen mit Gneisenau und dem "Bürgeradjutanten" Nettelbeck trat Schill zum ersten Mal positiv in Verbindung. Er sammelte Freiwillige um sich, mit denen er Streifzüge in die Umgebung von Kolberg unternahm. Diese Form von Kriegsführung lag ihm wesentlich besser als die reguläre Kriegsführung. Er störte den französischen Nachschub und sicherte Gemeindekassen vor dem Zugriff der Franzosen.

Am 12.01.1807 erhielt der inzwischen zum Rittmeister beförderte Ferdinand von Schill vom König Friedrich-Wihelm III. auf eigene Kosten aus ausgetauschten Kriegsgefangenen ein Freikorps aufzustellen. Innerhalb kürzester Zeit verfügte die Truppe über 12 Offiziere, 125 Unteroffiziere und 1400 Mann mit einer eigenen Batterie 4-Pfünder-Kavallerie-Geschütze. Einer der Schwadronsführer war übrigens der spätere Freikorpsführer Adolf von Lützow. Das Schillsche Freikorps bewährte sich in wechselvollen Kämpfen bei Stargard und Naugard, musste sich jedoch auf befestigte Stellungen bei Maikuhle zurückziehen. Bei der Verteidigung von Maikuhle trat Schill mehrmals besonders in Erscheinung, aber er wurde auch schwer verletzt.

Nach dem Friedensschluss von Tilsit vom 09.07.1807 wurde das Schillsche Freicorps aufgelöst und sein Kommandeur wurde zum Major befördert und mit der höchsten preussischen Tapferkeitsauszeichnung dem Pour le mérite ausgezeichnet und mit der Führung einer Ausbildungsabteilung der Leibhusaren betraut.

Im einem Schreiben vom 15.07.1807 beurteilte Oberst Neidhardt von Gneisenau Schill in einem Schreiben an Generalfeldmarschall von Kleist wie folgt:

Übrigens ist Schill äußerst brav, nur glaube ich nimmermehr, das er die Talente des Anführers eines großen Korps habe. Sein Ideengang ist springend, ohne irgend etwas zu ergründen. Bei der Lebhaftigkeit seines Charakters wirken andere auf ihn ein, benutzen ihn als Ihr Werkzeug ... Er wird, unter einen General von Einsicht und Charakterstärke gestellt, als Parteigänger schöne Dinge verrichten und der Ruf seines Namens viele Kombattanten um ihn her versammeln.

Doch auch die Aufgabe als Führer der Ausbildungseinheit der Leibhusaren füllte Schill nicht aus, sodass er sich häufig in Nord- und Mitteldeutschland aufhielt. Dort bereitete er in Einvernehmen mit Scharnhorst und General Blücher den Aufstand gegen Napoleon vor.

Ende April brach Schill zu seinem erfolglosen Zug nach Mittel- und Norddeutschland auf. Nach anfänglichen Erfolgen zogen sich die schwer dezimierten Truppen nach Stralsund zurück, wo sie am 24.05.1809 eintrafen. Auf den Weg nach Stralsund schlossen sich ihm noch viele idealistische Männer an. Jedoch die Unterstützung in der Bevölkerung fehlte. Auch beim Letzen Gefecht in Stralsund blieb die Bevölkerung untätig und das Schill´sche Freicorps wurde aufgerieben.

In den Straßenkämpfen von Stralsund fand Ferdinand von Schill den Tod. Die Rache Napoleons war grausam. Man trennte nach der Einnahme von Stralsund den Kopf vom Rumpf und brachte in nach Leyden. Dort verblieb er bis zum Jahre 1837. In diesem Jahre wurde Schills Kopf in Braunschweig mit beigesetzt.

Aber auch der preussische Staat ging nicht zimperlich mit dem Major von Schill um. In einem Kriegsgerichtsverfahren wurde sein kompletter Besitz eingezogen und fiel an den Staat.

Das offizielle Preussen vergaß den Mann, der sich auf eigene Faust gegen die Franzosen stellte. Erst 80 Jahre später verlieh König Wilhelm II. dem 1. schlessischen Husarenregiment Nr. 4 den Beinamen "von Schill". Damit war auch der Markel des Hochverrats vom Namen Schill genommen.